Die Bahn darf Hambrücken nicht verschandeln
Die Deutsche Bahn hat beim Regierungspräsidium die Unterlagen für die Genehmigung einer neuen Güterverkehrstrasse zwischen Mannheim und Karlsruhe eingereicht.
Im Bereich von Hambrücken soll die Trasse künftig neben den Schnellbahngleisen verlaufen. In einer früheren Planungsvariante waren die neuen Gleise in einem Trog westlich der Schnellbahn vorgesehen. Mit einer solchen Lösung und geeigneten Lärmschutzmaßnahmen hätte man sich noch arrangieren können. Für die nun eingereichte Planung gilt das jedoch keinesfalls.
Nach den aktuellen Plänen sollen die Gleise auf der ortsnahen Seite verlaufen und nicht mehr tiefergelegt werden. Stattdessen soll in Richtung des Sportgeländes des Fußballvereins eine Rampe aufgeschüttet werden, damit die neue Strecke die bestehende Brücke der L556 überqueren kann. Anschließend führt die Trasse weiter in Richtung der A5 und entlang der Autobahn nach Karlsruhe.
Dieser Streckenverlauf und das geplante Brückenbauwerk würden das Ortsbild von Hambrücken erheblich beeinträchtigen. Zudem wäre der Lärm der Tag und Nacht verkehrenden Güterzüge deutlich weiter im Ort wahrnehmbar. Auch die Vereinsgelände des Fußball- und Schützenvereins würden durch die Brückenbauwerke erheblich eingeengt und als Veranstaltungsorte an Attraktivität verlieren.
Es ist kaum nachvollziehbar, wie eine derartige Planung entstehen konnte. Offenbar möchte die Deutsche Bahn vermeiden, einen vergleichsweise kleinen Randbereich des Naturschutzgebiets „Saalbachwiesen“ für das Projekt in Anspruch zu nehmen. Überspitzt formuliert entsteht dadurch der Eindruck, dass der Schutz weniger Quadratmeter Natur höher bewertet wird als die Lebensqualität der Menschen in Hambrücken.
Diese Planung darf nicht umgesetzt werden. Stattdessen muss eine Lösung gefunden werden, die sowohl den Anforderungen des Schienenverkehrs als auch den berechtigten Interessen der Bürgerinnen und Bürger sowie dem Ortsbild von Hambrücken gerecht wird.
Persönliche Stellungnahme unseres 2. Vorsitzenden des SPD Ortsvereins Hambrücken, Manfred Köhler